Vielfalt und Chancengerechtigkeit berühren unsere demokratischen Grundwerte und sind für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Vertrauen in Politik und staatliche Institutionen und in die soziale Marktwirtschaft entsteht nur dann, wenn sich alle Bevölkerungsgruppen mit ihren vielfältigen Erfahrungen, Sichtweisen und Perspektiven bei relevanten Entscheidungsprozessen angemessen vertreten fühlen.
Frage der Gerechtigkeit und Gleichheit
Ostdeutsche verfügen über einen großen Erfahrungsschatz bei der Bewältigung von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruchprozessen. Dieses Potential in Führungsetagen zu nutzen, ist Ausdruck unseres Demokratieverständnisses und für die Gestaltung heutiger und künftiger Herausforderungen unerlässlich.
Jüngste Studien zeigen, dass Menschen mit ostdeutscher Herkunft beziehungsweise ostdeutscher Sozialisierung deutlich in Führungspositionen unterrepräsentiert sind. Diese personelle Unterrepräsentation berührt das Gerechtigkeits- und Gleichheitsempfinden von Ostdeutschen im vereinten Deutschland. Eine angemessene Vertretung von Ostdeutschen in Führungspositionen von Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft, Kultur und Medien und Zivilgesellschaft ist daher gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Vor diesem Hintergrund hat sich die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, die Repräsentation Ostdeutscher in Führungspositionen und Entscheidungsgremien in allen Bereichen zu verbessern. Ein entsprechendes Bundeskonzept wurde durch das Kabinett beschlossen.